Metalmessage (www.metalmessage.de)
Review by Markus Eck
Beängstigend steril-digital klingt das Schlagzeug auf dieser flotten Demo-Scheibe ja, obwohl mit Ole Fahnick ein menschlicher Beckenwart auf der Rückseite des Frontblattes erwähnt ist. Also, wenn hier kein Trommelcomputer am Werk war, dann trinke ich alkoholfreies Schankbier. Besonders, wenn sie schneller und druckvoller aufspielen, klingt dies explizit durch, und damit verwässern Menosgada das bei dieser Art von Musik so wichtige Kriterium namens metallische Klanghärte. Na, sei es drum, jedenfalls spielen Menosgada spritzigen Pagan Folk Metal, welchen das Quartett frohgemut mit allerlei nordischen Gute-Laune-Melodien versetzt. Kriegerische Wikingermetall-Anleihen wurden ebenfalls nicht wenige zu Rate gezogen. Die Tübinger geben sich keinerlei Blöße und lassen bisweilen die Sau raus wie noch mal was, somit darf sich die Hörerschaft auch an fidelen (echten?) Akkordeon-Tönen erquicken. Sechs Kompositionen sind auf „Mittsommer“ draufgepackt worden, und die Gruppe knallt einem mit ihrer Spielfreude ganz ordentlich vor den ledernen Latz. In Sachen Melodien haben es die Jungs sehr gut drauf, was mit epischen Arrangements auch ohrenfreundlich ausgelebt wird. In Sachen Gesangslinien muss Vokalist Sebastian Schulz zwar noch üben, seine frenetisch absolvierten Schrei- und Schimpf-Attacken erfüllen ihre Aufgabe jedoch schon ganz gut – fest steht jedoch für mich, dass der gute Schulz unbedingt noch viel mehr Homogenität und Linientreue in seine Art des Kehlenvortrags bringen muss.
Verspielt georgelt wird mit dem von Steckdosenstrom betriebenen Tastenkasten auch nicht wenig, doch auch nicht zuviel – so ist es richtig! Beim nächsten Mal wünsche ich mir aber trotzdem ein nicht so dermaßen nach Kinderkeyboard klingendes Instrumentarium! Mit besagtem Elektronikklavier werden also diverse stimmige Atmosphären kreiert, und für die ausgewogene Platzierung solcherlei synthetischen Klangbögen haben die Kerle ein bemerkenswert gutes Händchen. Auch der Humppa-Aspekt kommt auf „Mittsommer“ nicht zu kurz, so kann man seine beiden Kackstelzen nach aller Herzenslust schwingen lassen. Somit stellenweise an einschlägig bekannte Pagan Folk-Forsthorden wie Kromlek und Finsterforst massiv erinnernd, sind auch „Mittsommer“ dieselben Spieltechniken und Melodik-Einsprengsel zueigen. Ensiferum und Equilibrium haben unsere vier Helden auch nicht selten gehört, das können und wollen sie wohl nicht verleugnen. Das Quartett besticht hier also alles in allem auch durch eine ausgeprägte Musikalität, die es trotzdem oder gerade deswegen mit einiger Intensität verwirklicht sehen beziehungsweise hören wollte. Diese enorm kurzweilige Schunkelscheibe bezieht ihren Reiz nicht zuletzt aus all den positiv anmutenden Tonfolgen sowie der Fähigkeit der Musikanten, ihren gigantischen Enthusiasmus 100%tig über die Musik zu transportieren. Eine Platte, welche dir in ihren melodischsten Momenten mit packenden Mitsing-Refrains schier die nach mehr hechelnde Zunge aus dem offenen Maul zu reißen droht. Nach knapp 26 unterhaltsamen Minuten ist die abwechslungsreiche Vorstellung vorbei, welche sich musiksüchtige Pagan-, Viking- und Folk-Metal-Anhänger sowie passionierte Humppa-Freunde gleichermaßen mal in die ungeputzten Ohrentunnel pusten sollten.