Metal1 (www.metal1.info)
Review von Justus Ledig
Benannt nach einer Keltenkolonie am Obermain, schickt sich der Vierer MENOSGADA mit seinem Erstling im Jahre 2007 an, das boomende Genre des Pagan Metal durch sein Schaffen zu bereichern. Was vielerorts als Debütalbum angepriesen wird, ließe sich aufgrund seiner Spielzeit von gerade einmal 25 1/2 Minuten besser als EP verkaufen. Das aber ist Formsache und soll wenig Einfluss auf die zu beschreibende Musik an sich haben.
Was die Band auch ausdrücklich bejaht, lässt sich schon beim ersten Song nach dem Intro feststellen: Man bewegt sich im Fahrwasser von populären Genregrößen wie Finntroll und Ensiferum. „Mittsommer“ verströmt nette Partylaune wie weiland Equilibriums „Unter der Eiche“ und hat auch textlich viel damit gemein. Was hierbei etwas störend auffällt, ist mehrfach gegrunztes „Lalalalalai“, welches unfreiwillig komisch wirkt. Zudem macht sich beim Klang ein schwacher Keyboardsound bemerkbar, die sonstigen Instrumente tönen für eine Eigenproduktion ganz amtlich.
„Vinland“ hingegen schlägt mehr in die epische Kerbe und erzeugt mitunter richtig Gänsehaut. „Mondtanz“ versucht es wieder mit Humppa, weiß aber aufgrund seiner Einfachheit nicht zu überzeugen.
Den Höhepunkt der CD stellt zweifellos „Das Horn“ dar, das auf einer Länge von fast sieben Minuten tolle Momente bereithält. Der geneigte Hörer möge sich bei diesem Song, der auch auf der Homepage der Band in voller Länge zu hören ist, nicht von den anfänglichen Keys abschrecken, die wie erwähnt zu sehr nach alten Konsolenspielen klingen. Aus den Gitarren zaubert Mastermind und ehemals einziges Bandmitglied Michael Koch tolle Melodien; Sänger, Bassist und Drummer vermögen alle auf ihre Weise eine spannende Atmosphäre aufzubauen. Daumen hoch für diesen Track, der hoffentlich beispielhaft für das zukünftige Schaffen ist.
Auch der gemächlichere Abschluss „Das Opfer“ kann einiges an Epik. Hierbei merkt man spätestens, dass das Keyboard im Hintergrund sehr gut funktionieren kann, wenn es nur nicht den Lead übernimmt.
Kommen wir zu einem Fazit: Mit Gutelaune-Heidenmetall, wie „Mittsommer“ oder auch „Mondtanz“ können MENOSGADA (noch) keinen Blumentopf gewinnen. Dazu verlassen sich die Herren zu sehr auf bekannte Strukturen, die man schon alle mal irgendwo gehört hat. Wenn es aber um die epischeren Stücke geht, kann der Vierer durchaus überzeugen. Die Jungs müssen nun aber aufpassen, dass sie sich aus den ausgefahrenen Spuren der Vorbilder befreien und etwas mehr Eigenart entwickeln.
Allein wegen „Das Horn“, „Vinland“ und „Das Opfer“ lohnt sich ein Reinhören allemal, besonders da die Scheibe für gerade einmal fünf Euronen über die Bandhomepage verkauft wird. „Mittsommer“ ist definitiv noch kein hochklassiges Werk, lässt aber einiges an Potential erahnen.
Gesamtwertung: 6 / 10